Termin vereinbaren:
040/36 97 29-0 Kontakt

Pressemeldungen


Schlaganfall bei jungen Menschen

Hamburg, 6. November 2013. Der Schlaganfall gilt gemeinhin als altersspezifische Erkrankung. Ein fataler Irrglaube, wie die Schicksale von US-Schauspieler Frankie Muniz, Musikerin Amy McDonald oder Profi-Fußballer Piermario Morosini zeigen. Jeder zehnte Schlaganfall-Betroffene ist inzwischen unter 50 – nur selten werden dabei Symptome mit einem Infarkt in Verbindung gebracht. Umso wichtiger ist laut Dr. Tomas Stein, dem ärztlichen Direktor und Kardiologen am Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg, schnelles Handeln: „Time is brain – je schneller ein Betroffener ärztlich betreut wird, desto besser lassen sich Folgeschäden eingrenzen.“

Der Schlaganfall bei Menschen zwischen dem 18. und 44. Lebensjahr, medizinisch juveniler Apoplex genannt, wird immer häufiger. Voneinander unabhängige Studien aus Schweden, Großbritannien und den USA belegen: Während die Häufigkeit der Schlaganfälle in älteren Untersuchungs-Gruppen jährlich abnimmt, steigt die Zahl der Hirninfarkte bei jüngeren Menschen. Für Dr. Stein ist diese Entwicklung besorgniserregend: „Gerade bei jüngeren Menschen werden Symptome nicht unmittelbar mit einem Schlaganfall verknüpft. So bleiben Symptome unerkannt und in der Behandlung verstreichen wertvolle Minuten.“

Risikofaktoren kennen heißt Schlaganfällen vorbeugen

Die Hauptgrund für Schlaganfälle in jedem Alter ist ein ungesunder Lebenswandel: Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkoholkonsum sowie die Einnahme von Hormonpräparaten. Diese Risikofaktoren begünstigen nämlich Arteriosklerose: Dabei lagert sich Fett in den Blutgefäßen ab, die Kalkplaques entstehen lassen. Diese Plaques können in den Arterien einreißen. Dann entsteht ein Blutgerinnsel, das das Gefäß verstopft. Gut die Hälfte aller juvenilen Schlaganfälle entsteht so, die andere Hälfte durch eine spontane Blutung im Gehirn.

Manchen Ursachen für einen Schlaganfall lässt sich jedoch nicht durch eine gesunde Lebensweise vorbeugen. „Kardiologische Erkrankungen wie das Vorhofflimmern oder Stoffwechselerkrankungen begünstigen den juvenilen Schlaganfall. Auch angeborene Herzfehler oder Veränderungen des Gefäßsystems steigern die Wahrscheinlichkeit eines Infarkts“, erklärt Kardiologe Dr. Stein. „Die Krankenkassen bieten deshalb vermehrt jüngeren Versicherten Vorsorgeuntersuchungen an.“

Vorboten des Schlaganfalls nicht unterschätzen

Erste Anzeichen sind Gleichgewichtsstörungen, Orientierungslosigkeit, Schwindel und extremer Kopfschmerz. Auch Muskelschwäche, Taubheitsgefühle oder Sprachstörungen sind Vorboten eines Infarkts. Diese Vorzeichen bleiben häufig unerkannt, weil sie nur schwach ausgeprägt und von kurzer Dauer sind. Dr. Tomas Stein rät: „Bemerkt jemand auch nur ein Vorzeichen, sollte er dringend einen Arzt aufsuchen. Denn so können Schlaganfälle häufig noch verhindert werden.“

Erste Hilfe: FAST-Test

Besteht der Verdacht, dass jemand einen Schlaganfall erleidet, so lässt sich dies mit einem Test in kurzer Zeit überprüfen, dem FAST-Test[1]:

1. face (Gesicht) – man bittet die betroffene Person, zu lächeln. Liegt eine halbseitige Lähmung vor, wirkt der Mund einseitig verzogen.

2. arms (Arme) – man bittet die Person, beide Arme gleichzeitig mit den Handflächen nach oben anzuheben. Bei einer Lähmung kann ein Arm nicht hochgezogen oder oben gehalten werden.

3. speech (Sprache) – das Sprachzentrum könnte gestört sein, deshalb bittet man die Person, einen einfachen Satz wie „Ich benötige keine Hilfe“ nachzusprechen. Eine Störung ist erkennbar, wenn der Betroffene den Satz fehlerhaft oder verwaschen wiedergibt.

4. time (Zeit) – „Bei solchen Symptomen hat sofortiges Handeln oberste Priorität. Es gilt, ohne zu zögern den Notarzt zu rufen. Denn ein Schlaganfall kann fortschreiten. Es kann innerhalb weniger Stunden ein weiterer Schlaganfall folgen. Je früher ein Schlaganfall festgestellt wird, umso erfolgversprechender ist die Therapie“, mahnt der Kardiologe.

Behandlung und Therapie: Folgeschäden minimieren

Ist ein Patient in ärztlicher Behandlung, lassen sich Folgeschäden sehr gut eingrenzen. Sogenannte stroke units, Expertenteams mit entsprechender Ausrüstung zur Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen, nehmen sich der Betroffenen an.

In der anschließenden Rehabilitation gilt es, dauerhafte Einschränkungen in Folge des Infarkts zu minimieren. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter – gut 50 Prozent aller Betroffenen behalten Schäden zurück. Dr. Tomas Stein macht jedoch Mut: „Jüngere Menschen haben sehr gute Rehabilitationschancen. Für die meisten ist eine Rückkehr in das gewohnte Leben nach einiger Zeit wieder möglich.“
Viele Betroffene kämpfen zudem mit Depressionen: Sie empfinden ihre Behinderungen und Rückschläge in der Therapie als stigmatisierend. „Entscheidend ist, dass Betroffene sich nicht zurückziehen: In Therapiegruppen oder Betroffenen-Netzwerken können sie über ihre Probleme sprechen und neue Kraft schöpfen“, rät Dr. Tomas Stein.

 

Meldung als pdf herunterladen

Termin vereinbaren:

040/369729-0

Kontakt

Pressekontakt

Pia Stein, Geschäftsführung
Telefon 040-3697290

pia.stein(at)diagnostik-zentrum.de

PR-Agentur
Achtung! GmbH
Stephanie Schrenk
Senior Account Manager
Telefon 040-450210-745
stephanie.schrenk(at)achtung.de