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Stress kann gefährliche Krankheiten wie Herzinfarkt auslösen. Foto: © Sangoiri, Shutterstock.com

Warum Stress, Ärger und Wut Herzinfarkte auslösen können

Hamburg, 08. September 2014. „Reg dich nicht so auf, sonst kriegst du noch einen Herzinfarkt!“ – Wer kennt diesen Satz nicht? Aber hat er eigentlich irgendeine medizinische Relevanz? „Ja“, sagt Dr. Tomas Stein, Kardiologe und Ärztlicher Direktor am Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg. „Zwar ist nicht jeder Stress ungesund, trotzdem kann ein emotionaler Ausnahmezustand oder Stress im Beruf zu einem Herzinfarkt fu?hren.“ Denn das Herz-Kreislauf-System wird durch negativen Stress, den sogenannten Distress, enorm beansprucht. Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin lassen den Blutdruck[1] ansteigen, das Herz schneller schlagen und den Schweiß aus den Poren treten. Typische Stresssymptome eben, werden manche Menschen lapidar sagen. Doch das, was medizinisch dahinter steckt, kann ein Auslöser fu?r sogenannte kardiale Akutereignisse sein, sprich: ein Herzinfarkt.

Dass Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel Risikofaktoren fu?r Herzerkrankungen sind, wissen viele Menschen – ob sie danach leben oder nicht. Dass jedoch auch Stress dafu?r verantwortlich sein kann, ist nur wenigen wirklich bewusst. „Stress“ ist umgangssprachlich einer der am meisten u?berbeanspruchten Begriffe fu?r körperliche bzw. psychische Belastungen. Medizinisch betrachtet ist „Stress“ eine Aktivierungsreaktion unseres Körpers – abhängig davon, ob wir positiven oder negativen Stressfaktoren (Stressoren) ausgesetzt sind. Bei dem einen löst ein Vortrag vor 50 Zuhörern erfreulichen Nervenkitzel aus, beim anderen schlichtweg Angst – und damit Distress. Dieser ist gefährlich fu?rs Herz, vor allem wenn er häufig oder dauerhaft auftritt. Auch emotionale Ereignisse wie starke Wut, Trauer oder Ärger bewirken eine erhebliche Stressreaktion im Körper und können das Herz schädigen.

„Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht“ – Redewendung mit wahrem Kern

„Bei Stress läuft eine Kettenreaktion ab“, erklärt Dr. Stein. „Durch die Stresshormone werden sämtliche Abläufe beschleunigt und der Körper befindet sich in Alarmzustand, der auf Flucht und Verteidigung eingestellt ist.“ Besonders gefährlich dabei ist, dass Betroffene die Alarmsignale häufig nicht als solche wahr- oder ernstnehmen. Schwindel, Ohrgeräusche, Herzrhythmusstörungen, Panikgefu?hle: All das sind Zeichen fu?r einen aus dem Takt geratenen Körper, der dringend von einem Arzt untersucht werden sollte. „Der Spruch, nicht zu wissen, wo einem der Kopf stehe, veranschaulicht den Zustand des Betroffenen mit Schwindel, Herzrasen und Nervosität sehr gut“, sagt der Kardiologe. „Fu?r diese akuten Symptome verantwortlich sind zunächst der gesteigerte Blutdruck und die schnellere Herzfrequenz. Kommen Brustschmerzen und Atemnot hinzu, sollte sofort der Notruf gewählt werden, denn hier könnte sich ein Herzinfarkt anku?ndigen oder vorliegen und dann zählt jede Minute.“

Vorbeugung durch Achtsamkeit: „Mein Körper ist mein Kapital“

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass hauptsächlich Menschen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen wie beispielsweise Arteriosklerose[2] bei kurzfristig emotionalem Stress einen Herzinfarkt erleiden können. „Gesunde Gefäße nehmen dadurch keinen Schaden“, erklärt Dr. Stein. „Allerdings sollte jeder, der häufig Stress ausgesetzt ist, ein Ventil finden, mithilfe dessen er im wahrsten Sinne des Wortes den Druck abbauen kann. Hier eignen sich Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen, Walking, Radfahren oder auch strammes Spazierengehen – am besten dreimal pro Woche 30 Minuten.“ Denn Fakt ist, dass durch die Bewegung Stresshormone abgebaut werden und der Körper wieder in Balance kommt. Auch ist es ratsam, den eigenen Körper so wenig Stressoren wie möglich auszusetzen, beispielsweise durch Nikotin- und Alkoholgenuss, unausgewogene Ernährung oder wenig Schlaf. Wer dies nicht tut und den Stress nicht abbaut, läuft Gefahr, ernsthaft zu erkranken. Denn durch Auswirkungen des Stresses auf den Organismus, wie zum Beispiel Bluthochdruck, werden die Gefäßwände beschädigt, was vor allem Komplikationen an Herz und Gehirn nach sich zieht. „Hier kann auch ein Schlaganfall die Folge sein“, so Dr. Stein.

Risikofaktor Unkenntnis: 77 Prozent wissen nichts von ihrem Bluthochdruck

„In unserer Langzeitstudie, dem Präventions-Spiegel[3], konnten wir herausstellen, dass 30 Prozent der Medical Check-Up-Teilnehmer beim ersten Check-Up einen erhöhten Blutdruck haben, aber mehr als drei Viertel nicht wissen, dass sie darunter leiden“, erklärt Dr. Stein. „Ein Grund fu?r dieses Unwissen ist sicherlich, dass Bluthochdruck zunächst unauffällig verläuft – eine Zeit, in der die Gefäßwände aber schon Schaden nehmen.“ Typische Anzeichen fu?r Bluthochdruck sind zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Nervosität, rote Gesichtsfarbe, Sehstörungen, Ohrensausen oder Nasenbluten.


[1] Bluthochdruck: Nach Definition der WHO gilt ein systolischer Blutdruck von mindestens 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von 90 mmHG als „Hypertonie“, im täglichen Sprachgebrauch „Bluthochdruck“ genannt.

[2] Arteriosklerose: Darunter versteht man eine Systemerkrankung der Schlagadern, die zu Ablagerungen an den Gefäßwänden fu?hrt, umgangssprachlich auch „Gefäßverkalkung“ genannt.

[3] Präventions-Spiegel: Seit 2002 fu?hrt das Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg (DZF) eine Langzeitstudie unter allen Medical Check-Up-Teilnehmern durch, bislang von 2002 bis 2012 unter knapp 10.000 Teilnehmern. Mit den Ergebnissen liefert das DZF neuartige Erkenntnisse zur Gesunderhaltung durch Vorsorge. Interessierte können den aktuellen Präventions-Spiegel jederzeit anfordern.

 

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